Leukose Seite 1

Eigene Erfahrungen in der Therapie der Leukose beim Frettchen 
Folgender Artikel gibt meine Erfahrungen zu einer unkonventionellen Therapie der Leukose beim Frettchen wieder. Diese Behandlung ist inzwischen für mich zur Routine geworden und einige andere Tierärzte haben sie ebenfalls erfolgreich angewendet. Der ursprünglich erfolgreich verwendete Imfstoff ist leider nicht mehr auf dem Markt.
Ein neuentwickelter Impfstoff dieser Firma und der Impfstoff gegen Katzenleukose einer anderen Firma werden von mir z.Zt. noch getestet, bis jetzt ebenfalls mit Erfolg.
Das Thema der Leukose beim Frettchen hat mich seit dem Jahr 1998 besonders beschäftigt.  Im folgenden Artikel beschränke ich mich aber ausschließlich auf das Erscheinungsbild,  bei dem diese Erkrankung mit verdickten Körperlymphknoten einhergeht. Der Begriff „Lymphome“  wäre dann geeigneter. Im März `98 wurde ich selbst als Frettchenbesitzer mit dieser  Erkrankung konfrontiert, als eines meiner Tiere, Kimba, ein 5-jähriger, kastrierter Albinorüde mit Gewichtsverlust und geringerer Aktivität auffällig wurde. Bei der klinischen Untersuchung konnte ich ausser einem verdickten linken Ln mandibularis (gut bohnengroß) nichts  weiter feststellen. Als Standardtherapie bekam er von mir zunächst Cortison und Antibiotikum, doch er nahm innerhalb von 4Wochen weitere 100g ab, und der Lymphknoten wuchs. 

Eine Blutuntersuchung  am 9.4. zeigte leicht erhöhte Leberwerte
(GOT 54,6U/l , GPT 61,9U/l) und eine stark erhöhte alk. Phosphatase von 598.
Die Leukozytenzahl war mit 18,7G/l deutlich zu hoch.
Erfahrungsgemäße Richtwerte beim Frettchen:
GPT bis 45 U/l
GOT bis 40 U/l          
ALP  bis 65 U/l
Leukozyten 4-6,5 G/l

Fotos Leukose
Folglich bestand bei Kimba der Verdacht auf das Vorliegen einer Leukose. Die übrigen 9 Tiere aus der Gruppe waren beim klinischen Check frei von auffälligen Symptomen. 
Die therapeutischen Möglichkeiten der Lymphome beim Frettchen sind eigentlich regelmäßige Cortisongaben mit antibiotischem Schutz  oder eine Paramunisierung.
Einige Tiere mit generalisierter Schwellung der äußeren Körperlymphknoten konnten so über mehrere Monate mit Flumethason (Acutol®) stabil gehalten werden. 
Bei solitären  Lymphknotenvergrößerungen habe ich auch einige Male versucht zu operieren, v.a. wenn es sich um den Ln mandibularis handelte und dieser bereits die Atmung behinderte. Doch die Operation konnte nur zwei Mal erfolgreich durchgeführt werden. Aufgrund eines infiltrativen Wachstums mußten die anderen Tiere intra operationem euthanasiert werden.
Bei Jungtieren bis zu einem Jahr ist der Verlauf der Leukose  dramatisch schnell mit hohem, nicht durch Antibiotikum beeinflußbaren Fieber. Leider sind dann auch meist die inneren Körperlymphknoten betroffen und es kommen noch weitere Symptome wie Dyspnoe, Inappetenz und Durchfall dazu. Die symptomatische Therapie bleibt erfolglos. Leider äußern dann erst  die Pathologen den Verdacht auf eine Leukose oder sprechen von leukotischen Veränderungen. Die  Leukosefälle beim Frettchen sind häufig im Zusammenhang mit erkrankten Katzen aufgetreten. Meist habe ich dann empfohlen, die gesunden Partnertiere gegen Leukose impfen zu lassen, was bei großen Beständen aus finanziellen Gründen kaum durchführbar ist. Auch sind normalerweise nur Einzeltiere einer Gruppe betroffen. Die Impfungen gegen Leukose wurde bei allen Tieren gut vertragen. Da der katzenspezifische Leukosetest beim Frettchen zu keinem relevanten Ergebnis führt, kann man ihn dem Besitzer ersparen.  Bei meinem Rüden Kimba ist die Infektionsquelle unklar. Er kann nur beim Züchter bis zur 12.Woche Kontakt zu leukosepositiven Katzen gehabt haben, da die eigenen Katzen als Welpen getestet und regelmäßig geimpft wurden.
                                                 
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